Zecken bei Hunden

Zecken bei Hunden

Zecken bei Hunden

Gibt es eigentlich etwas Ekligeres?

Zecken bei Hunden: Auf der Ekligkeits-Skala (ja, neue Wortschöpfung 😉 ganz ganz weit oben. Gleich neben Nacktschnecken und Kakerlaken. Doch mit den beiden Letztgenannten besteht bei uns in Deutschland glücklicherweise eher kein Hautkontakt!!

Bei Zecken ist das Risiko allerdings erhöht. Denn sie reagieren auf ausgeatmetes Kohlendioxid, auf Gerüche und Körpertemperatur. Und lauern auf Gräsern und Sträuchern. Auf uns. UND auf unsere Hunde.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass sie einfach mega eklig sind, übertragen sie noch Krankheiten:

  • FSME
  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichose
  • Babesiose

Was ist FSME?

Diese Abkürzung steht für Frühsommer-Meningoencephalitis. Dabei handelt es sich um eine durch Viren übertragene Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten und Rückenmark. Sie tritt hauptsächlich in der Zeit von Mai und November auf. Naja, November ist für mich nicht gerade Frühsommer. Aber egal.

Risikogebiete für die FSME ist in erster Linie das südliche Deutschland. Eine Karte des Robert-Koch-Instituts findest du hier: Risikogebiete FSME in Deutschland. Das Risiko, von einer mit diesen Viren befallenen Zecke gebissen zu werden, schwankt sehr stark. Laut Robert-Koch-Institut liegt es in den Risikogebieten durchschnittlich bei 0,1 bis 5%.

Nach dem aktuellen Stand (Frühjahr 2020) scheint diese Erkrankung weniger ein Problem für Hunde, sondern sehr viel eher für Menschen zu sein. Was natürlich nur zur Hälfte eine gute Nachricht ist…

Borreliose

Im Zusammenhang von Zecken bei Hunden ist die Borreliose sicherlich am bekanntesten. Auslöser dieser Erkrankung sind sogenannte Borrelien. Bakterielle Erreger. Die nicht leicht zu diagnostizieren sind. Eine ringförmige Rötung um die Bissstelle herum kann ein erster Hinweis sein. Doch die beim Hund jeweils zu erkennen, ist fellbedingt natürlich nicht so einfach.

Auch die Beschwerden können auf andere Erkrankungen hindeuten, wie z.B. Lahmheiten, geschwollene Gelenke oder Fieber z.B. Erschwerend hinzu kommt dann noch, dass diese Symptome oft erst Monate nach dem Zeckenbiss auftreten.

Zwar sind deutlich mehr Zecken mit Borrelien infiziert als mit den FSME-Viren, doch überträgt die Zecke die Erreger nicht unmittelbar mit dem Biss. Wenn sich die Zecke infiziert hat, befinden sich die Borrelien in ihrem Darm. Und beim Blutsaugen wandern diese Bakterien langsam über die Speicheldrüse Richtung Bissstelle und damit in Richtung deines Hundes. Die Übertragung findet aufgrund des Weges, den die Borrelien zurücklegen müssen, erst nach etwa 24 Stunden statt. Es lohnt sich daher, deinen Hund nach einem Spaziergang zügig nach Zecken abzusuchen.

Für den Humanbereich schreibt das Robert-Koch-Institut zum Risiko einer Borreliose-Erkrankung:

„Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig sehr stark und kann bis zu 30% betragen. Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen, charakterisiert durch die sogenannte Serokonversion, also das Auftreten von Antikörpern im Blut. Nur ein kleiner Teil der Infizierten erkrankt. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4% der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen (Nahimana et al 2004; Heininger et al 1993; Maiwald et al 1998; Paul et al 1987).“

Stand: 29.01.2018″

Diesen Text kannst du hier nachlesen: Link zum Robert-Koch-Institut.

Und das gilt für den Humanbereich. Und Menschen erkranken an der Borreliose deutlich häufiger als Hunde!

Anaplasmose

Die Anzeichen einer Anaplasmose sind denen einer Boreliose relativ ähnlich. Auch hier kann es u.A. zu Antriebslosigkeit, Fieber, Lahmheiten, geschwollenen Gelenken kommen. Leider gibt es innerhalb von Deutschlands immer mehr Anaplasmose-Fälle. Sie wird auch über den „gemeinen Holzbock“ übertragen. Dabei nistet sich das Bakterium in die Zellen des Immunsystems ein. Wie ein Parasit.

Bei der Anaplasmose sind es die Granulozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. Die Erkrankung wird abgekürzt auch CGE bezeichnet. Und das steht für Canine granulozytäre Ehrlichose. Mit anderen Worten: Ehrlichose des Hundes, bei der diese speziellen weißen Blutkörperchen betroffen sind, die sich Granulozyten nennen.

Ehrlichiose

Du bist verwirrt? Ja, das war ich auch. Obwohl grundsätzlich die weißen Blutkörperchen betroffen sind, gibt es 2 Formen der Ehrlichose:

Die Bakterien nisten sich in den Granulozyten ein: Anaplasmose oder CGE

Die Bakterien nisten sich in den Monozyten ein: Ehrlichiose oder CME

Musst du das wissen? Nicht zwingend. Nur falls du mit diesen Begriffen mal konfrontiert werden solltest. Aber es gibt noch einen Unterschied: Die Anaplasmose wird in erster Linie, wie bereits oben erwähnt, vom „gemeinen Holzbock“ übertragen. Die Ehrlichiose dagegen eher von der braunen Hundezecke.

Aber was sind nun die Symptome? Es gibt 2 Phasen. In der Akutphase treten u.A. folgende Beschwerden auf:

  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Nasenausfluss, auch Nasenbluten
  • Erbrechen

Und in der chronischen Phase sind es u.A. diese Symptome:

  • Gelenkerkrankungen
  • Blutarmut
  • Abmagerung
  • Blutungen
  • Wassereinlagerungen

Babesiose

Diese Erkrankung wird aufgrund der malariaähnlichen Symptome auch „Hunde-Malaria“ genannt.

Es sind Einzeller, die die roten Blutkörperchen zerstören. Und damit eine Blutarmut hervorrufen.

Wie sehen hier die Symptome aus?

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Blasse Schleimhäute
  • Plötzlich sehr hohes Fieber
  • Dunkel gefärbter Urin

Schließlich können sich die Schleimhäute sogar gelb verfärben und auch das Nervensystem kann betroffen sein. Das wiederum kann zu Lähmungserscheinungen, Bewegungsstörungen und epileptischen Anfällen führen. Es müssen aber nicht alle diese Symptome auftreten.

Eklige und gefährliche Zecken bei Hunden: Was tust du denn nun dagegen?

Es gibt eine ganze Reihe von Mitteln, die Zecken von deinem Hund fern halten. Nehmen wir mal die gängigen Mittel:

  • Halsband gegen Zecken
  • Spot-ons
  • Tabletten gegen Zecken

Diese Mittel sind wirksam. Hochwirksam. Vielleicht nicht alle Halsbänder, aber das Spot-on, was ich früher verwendet habe, hat 4 Wochen sämtliche Zecken von meinem Hund ferngehalten. Und von den Tabletten höre ich ähnliches. Doch um welchen Preis?

Was solltest du über diese Mittel gegen Zecken bei Hunden wissen?

Die Gifte, die hier eingesetzt werden, sind grundsätzlich neurotoxisch. Das heißt, sie sind giftig und wirken im Bereich der Nervenzellen. So dass gerade in diesem Zusammenhang Nebenwirkungen beobachtet werden können:

  • Verwirrtheit
  • Verbaltensveränderungen
  • Neurologische Ausfallerscheinungen
  • Epileptische Anfälle

In diesem Zusammenhang ein Augenöffner in Form eines Artikels des Hamburger Tierarztes Dr. Schrader: http://kritische-tiermedizin.de/2013/Zeckensaison.html

Oft auch Probleme mit der Haut und Erbrechen. Manches trifft sofort ein. Manches erst später. Speziell die epileptischen Anfälle.

Ich fand es schließlich einfach gruselig, dass ich mir nach der Anwendung gründlichst die Hände waschen sollte. Und mein Hund hat aber dieses Zeug wochen- ja schließlich monatelang auf der Haut?

Hier kannst du einen Artikel der Deutschen Apotheker-Zeitung nachlesen: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/08/22/hinweis-auf-kraempfe-und-lethargie-bei-tierazneimittel-bravecto.

Und ein weiterer Artikel von Dr. Schrader: http://www.hamburger-fortbildungstage.de/2008/Zeckeninvasion.html

Wie gefährlich sind Mittel gegen Zecken bei Hunden eigentlich für die Stubentiger?

Gefährlich. Sehr gefährlich. Ja, sogar tödlich. Und zwar speziell, wenn es um den Wirkstoff Permethrin geht. Der in Halsbändern oder Spot-ons gegen Zecken enthalten sein kann. Denn Katzen fehlt ein bestimmtes Enzym, das für die Entgiftung von Permethrin erforderlich ist. Hunde haben dieses Enzym. Katzen aber nicht.

Achtung also, wenn du Hund und Katze im Haus hast und beide gern mal kuscheln…

Und was ist mit deinen Kindern?

Kinder (und auch Erwachsene…) sollen das Anti-Zecken-Halsband nicht anfassen. Oder auch 24 Stunden nach Auftragen eines Spot-ons den Hund nicht streicheln. Ist das alltagstauglich?? Wahrscheinlich nicht.

Gegen Zecken bei Hunden dann doch Tabletten?

Das besondere Problem mit den Tabletten ist, dass die Gifte eben nicht auf der Hautoberfläche sind. Und somit Zecken nicht fern halten. Sondern bei durch den Stich töten. Doch es wird doch bei den Tipps rund um das Entfernen von Zecken immer gewarnt, z.B. kein Öl auf die Zecke zu träufeln. Denn dann ist das Risiko enorm hoch, dass sie sich erbricht. Und zwar ihren kontaminierten Speichel in das Blut deines Hundes.

Also: Wenn die Zecken bei Hunden direkt am Körper sterben, muss man sich fragen, was für Erreger die Zecke in ihrem Todeskampf wohl an den Hund abgegeben hat.

Doch das ist noch nicht alles: Es gibt außerdem Mittel mit dem Wirkstoff Fipronil. Vielleicht erinnerst du dich? 2017 gab es einen sogenannten Eierskandal. Da war der Schadstoff Fipronil in nicht wenigen Eiern zu finden. Und dieses Fipronil kann eben auch Bestandteil von Mitteln gegen Zecken sein.

Wenn du jetzt denkst: Ist doch ein Unterschied. Die Eier esse ich ja. Das Anti-Zecken-Mittel kommt ja bloß auf die Haut: Naja, dein Hund putzt sich doch auch mal. Deine Kinder streicheln ihn und essen danach etwas mit den Fingern. Und über die Haut gelangt ja nun mal auch das Ein oder Andere in den Körper!

Und das ist immer noch nicht alles: Viele dieser ganzen Mittel sind sehr wassertoxisch. Wasser-Lebewesen sollten also nicht damit in Berührung kommen. Also, für Labrador & Co. sind diese Mittel denkbar ungeeignet.

Du bist gegen Tierversuche?

Die vielen möglichen negativen Konsequenzen haben dich noch nicht überzeugt? Aber du bist gegen Tierversuche? Dann solltest du diesen Blog-Post lesen: Gegen Tierversuche. Denn im Rahmen meiner Recherche bin ich auf 2 Studien gestoßen. Die mich entsetzt haben. Hier kannst du lesen, warum: Gegen Tierversuche.

Und welche wirksamen und ungiftigen Schutz gegen Zecken bei Hunden gibt es denn nun?

Davon gibt es eine ganz Reihe. Das Problem ist: Nicht alles wirkt bei jedem Hund gleich gut. Hier heißt es also ausprobieren und abwägen: Das Risiko eines Zeckenstichs in Kauf nehmen oder die möglichen Nebenwirkungen der Nervengifte.

Aber, nur Mut: Vielleicht musst du gar nicht lange ausprobieren! Und das erste, nicht toxische Mittel, das du bei deinem Hund gegen Zecken einsetzt, funktioniert!

Welche das sind? Das liest du in diesem Blog-Post: Zeckenschutz für Hunde.

Zecken bei Hunden: Ist es nun ein Biss oder ist es ein Stich?

Noch etwas zum Schluss: Du fragst dich, warum hier von einem Stich und nicht von einem Biss die Rede ist? Die Zecke hat doch keinen Stachel, wie die Mücke! Stimmt! Aber sie hat einen Saugrüssel, mit dem sie sich verankert. Daher wird von einem Stich gesprochen.

Und wenn sie dann „zugeschlagen“ hat? Was tun?

Wie kannst du korrekterweise eine Zecke entfernen?

Das liest du hier: Zecke entfernen.

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