schilddrdrüsenunterfunktion hund

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Warum ist dieses Thema so wichtig?

Eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund kann sowohl für körperliche als auch psychische Probleme sorgen.

Im Allgemeinen sind die Merkmale „fett und faul“ bekannt (sorry für diese etwas respektlose Bezeichnungen!).

Aber Schilddrüsenhormone sind Wachstumshormone. Und das bedeutet, dass sie auf den gesamten Körper wirken. Wenn hier etwas schief läuft, dann kann das Folgen für die unterschiedlichsten Bereiche haben:

  • Durchfall, aber auch Verstopfung
  • Immunsystem: verzögerte Wundheilung, Infektanfälligkeit
  • Verhalten: Angst und/oder Aggression
  • Stoffwechsel: Gewichtszunahme, starkes Bedürfnis nach Wärme, Antriebslosigkeit, Wassereinlagerungen
  • Fortpflanzung: Unfruchtbarkeit, nicht endende Scheinträchtigkeit, Fehlgeburten
  • Augen: reduzierte Tränenproduktion, Hornhautentzündungen
  • Haut und Fell: Haarausfall, dunkle Hautverfärbungen, stumpfes Fell
  • u.v.m.

Nur damit hier keine Missverständnisse entstehen: Wenn dein Hund eines oder auch mehrere der genannten Symptome zeigt, muss er nicht zwangsläufig unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Aber es lohnt sich, einmal genauer hinzuschauen.

 

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Wie wird sie diagnostiziert?

Laut einer Hamburger Tierklinik ist die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund eine der am häufigsten falsch diagnostizierten Erkrankungen. Da wird eine Unterfunktion z.B. diagnostiziert, aber nicht berücksichtigt, dass der Hund Medikamente erhält. Doch damit nicht genug: Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die hier eine große Rolle spielen. Weiter unten mehr dazu.

Oder es werden zu wenige Werte genommen.

Welche sind wichtig?

  • TSH
  • T3
  • fT3
  • T4
  • fT4
  • TAK-Wert

TSH

Dieser Wert steht für Thyreoidea stimulierendes Hormon. Auf Deutsch: Ein Hormon, das die Schilddrüse stimuliert. Eine weitere Bezeichnung lautet Thyreotropin. Dieses Hormon wird von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet.

Der genauere Ablauf sieht dann so aus: Über das Blut gelangt TSH in die Schilddrüse. Dort wird die Aufnahme von Jod angeregt. Und die Produktion der eigentlichen Schilddrüsenhormone: T3 und T4.

Wenn also nicht genügend Schilddrüsenhormone gebildet werden, kann es durchaus sein, dass mit der Schilddrüse alles komplett in Ordnung ist. Doch sie bekommt einfach nicht die Information von der Hirnanhangsdrüse, dass sie aktiv werden soll.. Daher wird dieser Wert kontrolliert.

Bei einer gesunden Hirnanhangsdrüse und einer gesunden Schilddrüse besteht übrigens eine Wechselwirkung. Wenn also die Schilddrüse genügend Hormone gebildet hat, dann senkt die Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung von TSH.

T3

Ist eines der Hormone, die die Schilddrüse dann herstellt. Eine andere Bezeichnung ist Trijodthironin.

T4

Ist wiederum ist eine Art Vorstufe zu dem eigentlichen Schilddrüsenhormon, dem T3. T4 ist also noch nicht aktiviert. Andere Bezeichnungen sind Tetrajodthironin, Thyroxin oder auch L-Thyroxin.

fT3 und fT4

Beide Schilddrüsenhormone sind im Blut mit sogenannten Transporteiweißen unterwegs. Sie sind an diese Eiweiße gebunden. Doch um wirklich im Körper etwas bewirken zu können, müssen sie von den Eiweißen gelöst werden. Dann spricht man von freiem T3 und freiem T4. Abgekürzt also fT3 und fT4.

TAK-Wert

Dieser Wert bestimmt die Antikörper im Blut. Wenn das Immunsystem gegen einen Erreger vorgeht. In der Regel kommt dieser Erreger von Außen. Bakterien, Vieren… Die üblichen Verdächtigen halt.

Doch leider kann es auch passieren, dass unser Immunsystem gegen den eigenen Körper vorgeht. Oder zumindest gegen Teile des eigenen Körpers. Wie z.B. gegen die Schilddrüse. Im Humanbereich ist dieser Vorgang als Hashimoto-Erkrankung bekannt.

Ja, und manche Erkrankung, die der Mensch hat, kann auch der Hund bekommen. So auch in diesem Fall.

Und was unsere Hunde angeht: Bei ca. 50% der Schildrüsenunterfunktionen handelt es sich tatsächlich um so einen Prozess.

 

Warum ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund nicht immer ganz leicht zu diagnostizieren?

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die zu Fehlinterpretationen führen können. Z.B.:

  • Erhält dein Hund Medikamente?
  • Ernährst du ihn mit Kehlköpfen?
  • Leidet dein Hund unter starkem Stress? Gerade bei der Blutentnahme?
  • Hat dein Hund ein extrem anstrengendes Training absolviert?
  • Zu welcher Rasse gehört dein Hund? Auch Alter und Größe müssen berücksichtigt werden.
  • Du hast eine intakte Hündin? Wie ist der Zyklusstand?
  • Mögliche weitere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

Du siehst, es ist gar nicht so einfach, die Werte richtig zu interpretieren. Wenn du einen Verdacht hast, dann wende dich an einen Tierarzt, der sich darauf spezialisiert hat. Du findest ihn z. B. auf dieser Website: GTVMT. Das steht für „Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie“.

Wie du ja weißt, gehört die Schilddrüsenunterfunktion zu den am häufigsten falsch diagnostizierten Erkrankungen bei Hunden. Und jetzt hast du auch eine Vorstellung, warum das so ist.

Zum Einlesen in diese nicht so einfache Thematik ist das Buch „Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Häufige Fragen und Antworten für Hundehalter“ von der Tierärztin Dr. Lara Steinhoff, eine absolute Empfehlung.

Wenn du dir lieber Videos ansiehst und dieses Thema im Hinblick auf das Hundeverhalten vertiefen möchtest, sind die Webinare von Frau Dr. rer. nat. Blaschke-Berthold ebenfalls empfehlenswert. Ihr Spezialgebiet ist die Verhaltensbiologie: 2 Webinare über die Schilddrüsenproblematik von Frau Dr. Ute Blaschke-Berthold .

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Welche Rassen haben eine Neigung dazu?

Ja, es gibt einige Rassen, bei denen diese Erkrankung häufiger auftritt. U.A. sind das folgende Hunderassen:

  • Airdale Terrier
  • Barsoi
  • Border Collie
  • Boxer
  • Briard
  • Cocker Spaniel
  • Dackel
  • Dalmatiner
  • Dobermann
  • Dogge
  • English Setter
  • Flat-Coated Retriever
  • Golden Retriever
  • Howawart
  • Irish Setter
  • Kleiner Münsterländer
  • Kuvasz
  • Labrador Retriever
  • Leonberger
  • Pudel
  • Rhodesian Ridgeback
  • Schnauzer
  • Sheltie
  • Welsh Springer Spaniel

(aus Schildrüsenunterfunktion beim Hund, Seite 49, von Frau Dr. Lara Steinhoff)

Warum ein Blog-Post über die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund?

Ganz einfach: Weil Hunde nicht selten ein gesundheitliches Problem haben, wenn sie extrem ängstlich zu Silvester und/oder bei einem Gewitter reagieren. Mit der Konsequenz, dass du üben und üben kannst und zusätzlich alle möglichen tollen Hilfsmittel einsetzt. Aber erfolgreich wirst du damit nicht werden.

Und was  das Ganze noch problematischer macht: Langandauernder Stress kann die Bildung von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigen. Doch damit nicht genug: Schilddrüsenhormone helfen dabei, das Stresshormon Cortisol abzubauen. Die Folge: Ein fataler Teufelskreis kann hier entstehen.

Mehr erfährst du in meinem Buch „Gewitterangst und Silvesterstress„, das sich auch mit den möglichen Ursachen auseinandersetzt. Und viele hilfreiche Tipps gibt.

Leider steht eine Kastration nicht selten mit einer Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung. Mehr dazu liest du in meinem Blog-Post „Kastration beim Hund„. Ein wahrer Augenöffner ist auch der Blog-Post des Ulmer Tierarztes Dr. Ralf Rückert: https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=18951.

Und wie du die Folgen einer Kastration mildern kannst, erfährst du ebenfalls in meinem Ratgeber „Gewitterangst und Silvesterstress„. Hier klicken, dann kannst du ihn bestellen: „Gewitterangst und Silvesterstress bei Amazon bestellen.

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